Business as usual
Der Markenfetischismus treibt triste Blüten
Ihren Fokus legen die Modefirmen heute aufs reine Mengenwachstum. Mit teurem Marketing erzielen sie astronomische Gewinne. Bestellt wird im letzten Augenblick, um dem neuesten Trend folgen zu können. Der so erzeugte Produktionsstress wird entlang der globalen Produktionskette weitergegeben und schliesslich aufs letzte Glied überwälzt – mit verheerenden Folgen für die Beschäftigten.Preisdumping in der Textilbranche
Weil ihre Rechte ohnehin missachtet werden, können sie sich nicht zur Wehr setzen. Diese entfesselte Globalisierung heizt das Preisdumping in der Textilbranche an. Ein Produzent in Honduras bestätigte gegenüber der CCC für die Jahre 2001 bis 2003 einen Preisrückgang der Exportpreise (FOB) für Bekleidung um 24 Prozent.Wohin dreht sich die Abwärtsspirale?
Seit die Importbeschränkungen in die EU und die USA – das sogenannte Multifaserabkommen – aufgehoben wurden (am 1. Januar 2005), dreht sich die Spirale weiter nach unten. Der Vizepräsident der Vereinigung der Exporteure in Tirupur (Indien) stellt fest, dass die Wechselkursverluste von 20 Prozent gegenüber dem Euro in den Jahren 2006 und 2007 vollständig den Produzenten angelastet wurden.Eine Studie zu Kambodscha kommt zum Schluss, dass dort die Exportpreise allein im Jahr 2006 um 40 Prozent eingebrochen sind. Das Modell 08/15 ist global zum Scheitern verurteilt.
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