Klimawandel - was passiert?

Die Welt erlebt zurzeit einen rasante Erderwärmung. Zwar gab es in der Geschichte des Planeten immer wieder Klimaveränderungen. So schnell wie heute ist sie aber noch nie vorangegangen. Auslöser ist der Mensch.
Das Klima der Erde hat immer dramatische Klimaveränderungen durchgemacht. Vor 140 bis 65 Millionen Jahren lebten während der Kreidezeit auch in der Schweiz Saurier im subtropischen Klima und der Kohlendioxid Gehalt der Erde war ein Vielfaches höher als heute. Dann kühlte sich die Erde ab und pendelt nun seit zwei bis drei Millionen Jahren zwischen Eiszeiten und Warmzeiten. Selbst während den Eiszeiten schwankte das Klima plötzlich.
Seit 50 Jahren erleben wir jedoch einen nicht gekannten Anstieg der CO2 Rate und seit 1970 eine nicht mit langfristigen Trends erklärbare globale Erwärmung um 0,6 bis 1 Grad Celsius. Mittlerweile wird mehrheitlich anerkannt, dass für diesen Anstieg der Mensch verantwortlich ist und zwar durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Abholzung der Wälder. Dabei werden in grosser Menge Kohlendioxid (CO2) und andere Treibhausgase freigesetzt. CO2 ist ein Gas, das den Strahlungshaushalt der Erde verändert. Daher führt ein Anstieg der CO2 Konzentration zu einer Erwärmung der oberflächennahen Temperaturen. Das international Panel on Climate Change (IPCC) rechnet mit einem globalen Temperaturanstieg von 1,4 bis 5,8 Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Eine ähnliche globale Erwärmung fand zuletzt vor zirka 15'000 Jahren am Ende der Eiszeit statt. Allerdings erfolgte diese über einen Zeitraum von 5000 Jahren. Der Mensch droht nun einen ähnlichen Klimawandel innerhalb eines Jahrhunderts herbeizuführen.
Anstieg der Meeresspiegel und Abschmelzen der Gletscher
Im Norden ist der Klimawandel bisher allenfalls durch das Abschmelzen der Gletscher und der Pole zu erkennen, von denen der Städter nichts merkt. Doch Gletscher dienen als Wasserspeicher, von denen auch die Wasserversorgung vieler Städte abhängt (darunter Grosstädte in Nepal, Indien, Pakistan, China, Südamerika und zum Teil in Europa). Weil das Grönlandeis gigantische Wassermassen bindet, würde sein Abschmelzen einen Anstieg der Meere um 7 Meter bedeuten. Im 20 Jahrhundert ist der Meeresspiegel um 20 Zentimetter gestiegen. Nach neuesten Erkenntnissen der Weltorganisation für Meterologie beschleunigt sich derzeit das Schwinden der Eisflächen. Die Meeresspiegel könnten bereits in diesem Jahrhundert um 90 Zentimeter ansteigen. 220 Millionen Menschen in Küstennähe wären damit bedroht.Ob die extremen Wettersituationen und die Zunahme tropischer Stürme mit der Klimaerwärmung zu tun haben, ist noch nicht ganz erforscht, liegt aber nahe. Ihre Zunahme korreliert mit dem Anstieg der Wassertemperaturen der tropischen Meere in den vergangenen 50 Jahren um 0,5 Grad, was durch den Anstieg der CO2-Konzentration erklärbar ist. Da wärmere Luft mehr Wasserdampf enthält und durch wärmere Meere die Verdunstungsrate ansteigt, kommt es in gemässigten Breiten zu immer stärkeren Niederschlägen. In wärmeren Gebieten verdunstet die Bodenfeuchte schneller, so dass es dort zu Dürren kommt.
Gravierende Folgen für den Süden
Von der Klimaerwärmung besonders betroffen sind Afrika und Süd-Asien, kleine Inseln, die grossen Flussdeltas sowie die arktischen Gebiete. Die Auswirkungen sind regional völlig unterschiedlich und manche Regionen auch im Süden können gar profitieren. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass in einigen Regionen Dürren, aber auch Überschwemmungen zunehmen werden. In der Folge wird es zu sinkenden Ernteerträgen, mangelhafter Wasserversorgung sowie der Ausbreitung von Krankheiten kommen. Schon heute sinkt die Biodiversität und sensible Ökosysteme sterben aus.Die Klimaerwärmung wird besonders die armen Menschen treffen, die von Subsistenzwirtschaft leben, denen keine Versicherung ihre Ernteausfälle bezahlt oder staatliche Institutionen grosszügig weiterhelfen.



