Für Existenzlöhne in der Fashion-Industrie
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In der Fashion-Industrie herrscht ein knallharter Preiskampf: „Survival of the cheapest“ lautet das Motto, sowohl bei den Modefirmen, wie auch bei den Kleiderfabriken. Unter dem Konkurrenzdruck der Produktionsländer setzen die Regierungen den gesetzlichen Mindestlohn viel zu tief an. Sie wissen: Billigstarbeitskräfte sind ein Standortvorteil.

Löhne im freien Fall

Die gesetzlichen Mindestlöhne in Asien liegen heute alle deutlich unter einem existenzsichernden Niveau und decken in der Regel nur gerade 20-60% der täglichen Ausgaben. Die Folgen sind klar: die NäherInnen leisten unzählige Überstunden, nur damit sie sich und ihre Familien halbwegs versorgen können. 99% der Markenfirmen verpflichten sich heute nicht, einen Existenzlohn zu bezahlen. Diese Firmen helfen mit, dass die Löhne weiterhin dem Wettbewerb ausgesetzt sind, und dass Gewinnmaximierung auf den Schultern der NäherInnen betrieben wird.

Asia Floor Wage Campaign

Mit der Asia Floor Wage Campaign (AFW) gibt es erstmals eine breite asiatische Allianz von rund 70 NGOs, Gewerkschaften und WissenschaftlerInnen, die gemeinsam ein Berechnungsmodell für einen Existenzlohn erarbeitet und sich auf einen gemeinsame Lohnforderung geeinigt haben. Sie reagieren damit auf die Markenfirmen, die sagen, dass ein Existenzlohn nicht umsetzbar sei, weil es keine breit abgestützte Definition gebe.

Die AFW ist als regionale Allianz aufgebaut und setzt sich zum Ziel, das Lohnniveau in der Bekleidungsindustrie für ganz Asien anzuheben. Damit soll verhindert werden, dass eine erfolgreiche Lohnanhebung dazu führt, dass die Markenfirmen ihre Produktion ins billigere Umland verlagern und damit den Preis- und Wettbewerbsdruck noch anheizen.

2011: Charles Vögele: Millionen fürs Image, aber keine 10 Rappen für faire Löhne


Charles Vögele zahlt den gesetzlichen Mindestlohn. Von gesetzlichen Mindestlöhnen kann in Asien jedoch niemand leben. Sie decken gerade mal 30-60% der täglichen Ausgaben. ArbeiterInnen müssen deshalb lange Überzeiten leisten, um über die Runden zu kommen.

Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn in Kambodscha beträgt 61$ pro Monat – Charles Vögele verkauft ein Paar Hosen „made in Cambodia“ für 59.95 CHF. Statt jedoch NäherInnen fair zu entlöhnen, gab Charles Vögele lieber Millionen von Franken für die Charles Vögele Fashion Days und das Marken-Engament der Cruz-Schwestern sowie Til Schweigers aus.

2010: Die Existenzlohn-Kampagne

Die Erklärung von Bern und die internationale Clean Clothes Campaign (CCC) sind Kampagnenpartnerinnen der AFW und bringen deren Anliegen nach Europa zu den hiesigen Markenfirmen.

In der Schweiz wurde deshalb im August 2010 eine grosse Kampagne für Existenzlöhne lanciert. Die Kampagne lief bis zum 9. Oktober 2010. Zwischen dem 2. August und 3. Oktober 2010 wurden über 31'425 Protestbotschaften an Markenfirmen geschickt.

Zu den Firmenreaktionen auf die Forderung nach Existenzlöhnen.
Kampagnenchronologie
29.11.11   Charles Vögele, Til Schweiger, die Fashion Days und der Existenzlohn 
29.11.11   Dritter offener Brief an Til Schweiger 
17.11.11   Basler Zeitung greift Protestaktion der EvB auf 
16.11.11   Reaktion von Charles Vögele und unser Kommentar 
14.11.11   Reaktion vom Til Schweiger-Management und unsere Antwort darauf 
10.11.11   Offener Brief an Til Schweiger 
09.11.11   Til Schweigers Management blockt kritischen Blog ab 
09.11.11   Erfolg: Tagesanzeiger berichtet über EvB-Protestaktion 



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