Zara & Co.: Fabrikeinsturz
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Fabrikeinsturz in Bangladesch  (11.04.05)
Fabrikeinsturz bei der Firma Spectrum in Savar, Bangladesch
Kurz nach Mitternacht vom Sonntag auf Montag, den 11. April 2005 krachte in der Nähe von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ein achtgeschossiges Fabrikgebäude zusammen. Traurige Bilanz der Katastrophe: 64 Tote, 74 Schwerverletzte und unzählige Menschen, die ihre Arbeit verloren.

Wahrscheinlich wurden aus Kostengründen beim Bau der Strickwarenfabrik Spectrum Sweater in der Exportproduktionszone von Savar die Vorschriften missachtet. Der Fabrikeinsturz war die Folge von Nachlässigkeit und Ignoranz. Wären die gesetzlichen Arbeitszeiten und das Recht auf einen arbeitsfreien Tag pro Woche eingehalten worden, hätten zu dieser Zeit nicht über 400 Personen gearbeitet. Sie wurden unter dem Schutt der Firma Spectrum Sweater begraben. Rund Hundert Menschen konnten gerettet werden, die übrigen gelten auch Wochen danach als vermisst. Dass die menschliche Würde in dieser Branche in Trümmern liegt, dokumentieren die Verhältnisse vor dem Fabrikeinsturz:

  • Drei Tage zuvor wurde dort ein Arbeiter getötet, nachdem er in der Färberei mit kochendem Wasser aus einem Dampfkessel verbrüht wurde.
  • Drei Monate zuvor verstrickte sich eine Arbeiterin in den elektrischen Kabeln und wurde durch Stromschläge schwer verletzt.
  • Die Löhne lagen teilweise massiv unter dem bereits extrem tiefen gesetzlichen Mindestlohn (statt monatlich 930 Taka nur 700; rund 15 Franken).
  • Die Gewerkschaftsfreiheit wird in der Exportproduktionszone nicht gewährt.

Mit dem Unglück begann der verzweifelte Kampf der Menschen in Bangladesch erst recht. Bei Spectrum Sweater wurden rund 3000 Beschäftigte, darunter etwa 90 Prozent Frauen, arbeitslos. Ihre Forderungen lauten:

  • Zahlung der ausstehenden Löhne für März und April
  • Zahlung der offenen Überstundenentschädigungen (Februar - April)
  • Abgangsentschädigungen und Unterstützung der Hinterbliebenen
  • Kunden sollten Soforthilfe leisten und einen Solidaritätsfond einrichten
  • Fabrikinspektionen und lokaler Dialog mit allen Stakeholdern
  • Vollständige und unabhängige Untersuchung der Ursachen
  • Vermitteln neuer Stellen und Weiterbildungsmöglichkeiten

Westliche Firmen drücken sich vor der Verantwortung
Eine Vertreterin der CCC reiste nach Bangladesch, um die lokalen CCC-Partner beim Lobbying und den Untersuchungen zu unterstützen. Bereits am 11. April 2005 richtete die CCC einen Appell für Nothilfe und Unterstützung der Opfer von Spectrum Sweater an die westlichen Kunden, darunter auch an die im Schweizer Markt aktiven Firmen Carrefour, Karstadt-Quelle und Zara/Inditex. Eine Sitzung wurde zwar abgehalten und eine Task Force der Unternehmen wurde gebildet, konkrete Resultate lagen aber bis Mitte Mai 2005 nicht vor.
  Weitere Informationen zum Fabrikeinsturz bei Spectrum in Bangladesch (CCC-Homepage in Englisch)


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